Wissensbasiertes Kunstschaffen

Recherche- und theoriebasiertes Kunstschaffen enstpringt der aktiven Auseinandersetzung mit Wissensbeständen und theoretischen Diskursen. Theoretisch informierte Kunst zielt auf eine Form der Erkenntnisgenerierung, die aus der künst-lerischen Praxis erwächst und weitgehend wieder in diese einfließt. Die informierte und reflektierte Vorbereitung, die Auseinandersetzung mit theoretischen Debatten und ggf. ein ausführlicher Rechercheprozess sind dabei jedoch zentrale Eckpfeiler. Recherche- und theoriebasiertes Kunstschaffen unterscheidet sich in diesem Streben nach Erkenntnis von der künstlerischen Praxis – wenngleich die Übergänge fließend sein können.

Künstler*innen, welche recherche- und theoriebasierte Kunst generieren, setzen sich ausgehend von konkreten Fragestel-lungen in tiefgreifender Weise mit bereits vorhandenen (künstlerischen und wissenschaftlichen) Materialien aus-einander. Sie diskutieren diese Materialien im Zuge der Vor-bereitung zum künstlerischen Produktionsprozess bzw. zur künstlerischen Aufführung kritisch.

Durch diese informierte und reflektierte Bearbeitung werden die künstlerischen Diskurse, Interpretationen bzw. Aufführungen nachweislich verändert. Recherche- und theoriebasiertes Kunstschaffen führt, über den erzielten Erkenntnisgewinn hinaus, zur Weiterentwicklung und Fortführung der Künste– bspw. zur Erweiterung des Repertoires.

Der Interuniversitäre Forschungsverbund Elfriede Jelinek lädt regelmäßig Künstler*innen verschiedener Sparten dazu ein, sich im Dialog mit Wissenschaftler*innen mit theoretischen Fragstellungen, Begriffen und Konzepten auseinanderzusetzen und die gewonnen Erkenntnisse in das eigene Kunstschaffen miteinfließen zu lassen. Er beauftragt zudem zeitgenössische Künst-ler*innen damit, auf der Basis (wissenschaftlicher) Quellen und Materialien neue künstlerische Produktionen in Gang zu setz-en.

 

siehe auch: https://muk.ac.at/zwf/artistic-research-an-der-muk.html

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